Marlies Ferber

Biographie

(mit kleinen Erzählgirlanden)

Ich bin Jahrgang 1966 und damit nicht nur ein Pferd im chinesischen Horoskop, sondern sogar ein Feuerpferd, das, wie mir eine Sinologie-Mitstudentin aus Korea einst leider verriet, nicht gerade beliebt ist bei asiatischen Schwiegermüttern - das habe ich ernst genommen und mir lieber eine ahnungslose deutsche Schwiegermutter angelacht, die in mir nur einen verhältnismäßig harmlosen Widder sieht. Aber ich merke schon, ich bekomme eine anständige Biographie nicht hin und fabriziere schon wieder mit "Erzählgirlanden", wie meine Lektorin das liebevoll nennt.

Nun ein kleiner Versuch ohne Girlanden: Habe Sinologie und Germanistik in Bochum und Leiden/Niederlande (und ein bisschen auch in China) studiert, war einige Jahre als Buchlektorin bei verschiedenen Verlagen tätig und bin seit 2004 freie Autorin und Übersetzerin für Englisch und Niederländisch. Das sind die beruflichen Eckdaten. Aber es gibt natürlich auch die privaten: Seit 1993 verheiratet mit Jens Ferber, Mutter zweier Kinder. Wenn ich mich jetzt ausführlich darüber auslasse, wie großartig Kinder und Mann sind, wäre das für die drei peinlich und für Sie als Leser womöglich ermüdend, deshalb lieber doch wieder zu einer anderen Erzählgirlande aus der inzwischen recht weit entfernten Jugend, als ich nämlich drei Lieben entwickelte: Erstens die zu Pferden, zweitens die zu England und Australien (Auswanderungstraum mit 11 Jahren) und drittens die zum Schreiben. 

 

Die Liebe zu Pferden führte zum Glück (für alle Beteiligten) dann doch nicht dazu, dass ich Rennjockey wurde, in Australien war ich leider immer noch nicht, dafür wurde das Schreiben zum Beruf und die Liebe zu England etwas, das mich bis heute prägt und u.a. dazu führte, dass ich irgendwann auch anfing, Bücher aus dem Englischen und Amerikanischen zu übersetzen - inzwischen sind es weit über 20.

Erste schriftstellerische Versuche unternahm ich mit 11 Jahren auf der alten Schreibmaschine meines Großvaters, engzeilig auf 33 Seiten entstand im Zwei-Finger-Suchsystem das, was ich damals gern las: eine Mädchen-Pferde-Geschichte, die ich in einem Anflug von kindlichem Größenwahn an einen Kinderbuchverlag sandte - und natürlich postwendend eine freundlich und rücksichtsvoll formulierte Absage kassierte ("Oh, schaut mal, ein Manuskript von einem elfjährigen Mädchen - wie rührend. Grottenschlecht, aber wie niedlich!!! Die Praktikantin soll ihr was Nettes schreiben ...."). Meine Schwester Angela war der einzige Mensch in meinem Umfeld, der damals davon wusste, und ich bin ihr heute noch dankbar, dass sie meine Schreibversuche ernst nahm, mir Mut machte und mir den tröstlichen Tipp gab, es sei ja noch nicht aller Tage Abend: "Vielleicht einfach ein bisschen mehr Lebenserfahrung ..." Dreißig Jahre später wurde meine Schwester zur enthusiastischen Erstleserin von "Null-Null-Siebzig: Operation Eaglehurst", rief ständig an, um zu fragen, wann sie endlich das nächste Kapitel lesen könne, und natürlich ist das erste Buch deshalb ihr gewidmet, meinem most sympathetic reader - von Anfang an.